Héloïse Kreyndl Neuberg: "Alle drei sind meine Muttersprachen"

Shownotes

Gast: Héloïse Kreyndl Neuberg Moderation: Yasemin Sezgin

Coucou Musik, die Playlist zum Podcast: https://open.spotify.com/playlist/2Ts9fXMbmrZEfXPkPJgfi1

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Coucou Kultur ist ein Podcast des Institut français Aachen und wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk unterstützt.

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00:00:03: Hallo,

00:00:14: herzlich willkommen zu Kuku Kultur dem Podcast des Instituts Français Aachen.

00:00:18: Mein Name ist Yasmin und ich bin Kulturbeauftragte hier im Institut.

00:00:22: Mein heutiger Gast ist Eloise.

00:00:24: Eloise ist Studentin an der Volkwank Uni in Essen & Burrum und studiert dort Schauspiel.

00:00:29: Sie ist mehrsprachig aufgewachsen und spricht neben Französisch und Deutsch auch jüdisch als Muttersprache.

00:00:34: Ich freue mich darauf, mich mit Eloise auszutauschen und wünsche euch ganz viel Spaß mit der Folge!

00:00:44: Hallo Eloise.

00:00:46: Danke, dass ich hier sein

00:00:47: darf!

00:00:48: Du bist nach Aachen gekommen.

00:00:49: Ich freue mich total dich zu sehen und vielleicht müssen wir ganz zu Beginn mal erzählen wie wir uns kennengelernt haben weil wir kennen uns erst seit diesem Sommer und haben uns im Grunde erst vor ein paar Wochen kennengelernt.

00:01:02: Wir haben nämlich in Bayreuth zusammen an einem Theaterworkshop teilgenommen, einem deutsch-französischen Theater Workshop des Forums bei Reuth.

00:01:10: und ja da waren wir eine Woche zusammen und haben gemeinsam geschauspielert.

00:01:17: Wie war das für dich?

00:01:18: Hast du zum ersten Mal dann so einen deutsch französisch workshop teilgenommen?

00:01:21: Es war eine sehr intensive Woche aber so schön!

00:01:24: Ich habe es als ein richtiges Jahreshighlight irgendwie abgespeichert.

00:01:28: So einen deutsch-französischen Workshop hab ich noch nie vorher gemacht.

00:01:30: Nee, das war das erste Mal.

00:01:33: Natürlich schon viel irgendwie in so interkulturellen Gruppen und so gearbeitet aber... ...so jetzt konkret noch nicht zuvor?

00:01:42: Ja es war ganz aufregend weil's auch eine andere Art von Theater war als die, die ich gewohnt bin oder mit der ich schon viele Erfahrungen sammeln dürfen.

00:01:50: Es war ja mehr so Straßenteater und Objekteater orientiert auch einfach inhaltlich sehr neu für mich und sehr bereichernd, aber vor allem auch menschlich sehr bereichend.

00:02:00: Ich fand unsere Gruppe richtig toll!

00:02:02: Ja, weil vielleicht muss man das erklären.

00:02:04: Wir waren eine Gruppe die aus fünf Deutschen und fünf Franzosen, Französinnen bestand.

00:02:11: Und wir haben beide Sprachen gesprochen während des Workshops natürlich auch viel Englisch.

00:02:16: Weil wir beide beide Sprachenkonten haben wir auch übersetzt also das gehörte auch irgendwie dazu.

00:02:21: Stimmt!

00:02:23: Ich fand es auch sehr bereichernd und es hat total viel Spaß gemacht, dass ... Die deutsch-französische Welt noch mal aus einer ganz neuen Perspektive war zu nehmen.

00:02:32: Das fand ich toll.

00:02:34: Ja, das Konzept von diesem Forum ist ja auch dass jeder Workshop von zwei Leitenden angeführt wird also von einer deutschen und einer französischen Künstlerperson.

00:02:46: Auch sehr spannend weil es ja schon auch unterschiedliche Prägungen sind vielleicht auf eine Art künstlerisch.

00:02:52: Ich habe schon in der Einleitung gesagt, du studierst an der Volkwank Uni im Essen und Bochum Schauspiel.

00:02:57: Und du bist jetzt im zweiten Jahr – also dein zweites Jahr hat gerade begonnen –

00:03:01: gefasst!

00:03:02: Ich hab' jetzt grad das zweite Semester begonnen, genau.

00:03:04: Ah ok, sorry!

00:03:06: Gibt's denn bei euch im Studium interkulturelle Bezüge oder sogar deutsch-französische Bezücke?

00:03:15: Also die Uni an sich ist natürlich sehr international... ich würde sagen Schauspelfelter fasst so ein bisschen raus Weil natürlich, dass auch ein sehr sprachbezogener Studiengang ist oder überhaupt einen Studiengang in dem Sprache eine große Rolle spielt.

00:03:29: Allein wie viel Sprechunterricht wir haben und so nimmt viel Raum ein Und das sprechen der deutschen Sprache ist einfach sehr wichtig.

00:03:37: Deswegen haben wir in diesem Studiengang wenig internationale Studentinnen Auch wenn es nicht komplett ausbleibt.

00:03:45: Das sind dann mehr die anderen Fächer Das heißt Projekte in denen richtig internationale Bezüge oder verschiedene Sprachen gesprochen werden, sind dann vielleicht eher interdisziplinäre Projekte wo wir mit anderen Spaten zusammenarbeiten.

00:04:03: Das ist jetzt nicht das ganze Jahr über aber es gibt immer wieder mal ein paar Projekten an denen man teilnehmen muss oder auch freiwillig teilnehmen kann, auf die man sich darauf bewerben kann.

00:04:12: Jetzt im ersten Semester hatte ich physizierter Grundlagen in der interdisziplinären Gruppe mit dem physizierter Studiengang.

00:04:19: Der ist oft international und so ist es eben jetzt auch im Ersten Jahr.

00:04:23: Ansonsten gibt's im zweiten Jahr einen Lab, wo man interdiszieplinär zusammenarbeitet, auch mit TänzerInnen diesen Teil sehr viel international unterwegs.

00:04:33: Also kommen aus allen möglichen Ländern Vielleicht auch eher deutsch.

00:04:39: Aber generell, die Uni hat in anderen Fächern sehr viele internationale Studentinnen ... Ich hab mal so was von vierzig Prozent oder so gehört?

00:04:46: Von Studis, die nicht aus Deutschland kommen und ansonsten jetzt im Schauspielstudiengang selbst würde ich sagen es ist ein bisschen ja liegt das auch ein bisschen in meiner Hand.

00:04:56: wie viel davon ich vielleicht auch integriere weil wir auch durchaus Eigenarbeiten zum Beispiel manchmal machen dürfen hatte ich noch nicht aber kommt jetzt am Ende des ersten Jahres zum ersten Mal dass wir wirklich so ein paar Tage haben, in denen wir unser komplett eigenes künstlerisches Projekt erarbeiten dürfen und das wäre dann natürlich eine mögliche irgendwie Entscheidung meinerseits zu sagen okay ich integriere es jetzt irgendwie auf die einen oder andere Art.

00:05:21: Du hast jetzt schon ein bisschen von deinem Studium erzählt und auch inhaltlich schon davon erzählt.

00:05:26: Ich find das ganz besonders spannend, weil wir im Podcast noch nie jemanden hatten oder kein Gast hatten der Schauspiel studiert und der an einer Schauspielschule gerade ist.

00:05:34: Hast du Lust uns generell ein bisschen davon zu erzählen?

00:05:37: Wie sieht dein Alltag aus?

00:05:40: wie bist du überhaupt zum Schaus spielen gekommen?

00:05:43: Also du meinst, wie ich damit angefangen habe wie der Wund entstanden ist zu studieren.

00:05:48: Bei mir ist das ein bisschen über die Musik gekommen, ehrlich gesagt.

00:05:53: Ich wurde schon sehr früh an die Musik herangeführt und hab mit drei Jahren angefangen im Chor zu singen.

00:06:00: Also ich habe viele Hobbys gemacht aber das Chor-Sing war mir schon immer sehr wichtig.

00:06:04: Und dann in den Jungenchor vom Theater Tril gewechselt.

00:06:09: Der ist natürlich in erster Linie einen Chor.

00:06:11: Wir haben viele Konzerte gegeben, viel gemacht was der Chor so macht geprobt, aber dadurch das da halt an das Theater gekoppelt ist haben immer wieder Jugendliche aus dem Jugendchor die Möglichkeit in teilweise auch professionelle Produktionen integriert zu werden besetzt zu werden.

00:06:29: Auch mit den professionellen Ensembles vor Ort zusammenzuarbeiten sowohl in der Musiktheatersparte als auch in der Schauspielsparte und so.

00:06:36: und so ist es eben gekommen weil ich dem dann auch so viel Zeit gewidmet habe.

00:06:40: also man Kann dafür leben, wenn man das will.

00:06:43: Wenn man alle Castings mitnimmt und alle Möglichkeiten irgendwie ergreift ... Das ist auch echt eine sehr coole Sache.

00:06:51: Dass es Theater das so fördert.

00:06:53: So junge Menschen zu besetzen und so... früh schon solche Einblicke zu geben in die Realität einer kunstschaffenden Person, in diesen Stadteaterstrukturen.

00:07:03: Und da habe ich dann eben alles mitgenommen was ging.

00:07:05: neben den normalen Quartettigkeiten sag' ich mal.

00:07:08: Habe ich viel in Opern und Operetten gesungen und in Musicals und irgendwann auch unabhängig vom Chor weil ich dann ja schon viele Leute am Theater kannte und dann durfte ich auch noch weitere Musical- und Schauspielproduktion machen.

00:07:20: Und dann hab ich da irgendwie Blut geleckt und wollte dabei bleiben Und hab dann nach meinem Abi mich vorbereitet auf die Aufnahmeprüfung an den staatlichen Schulen.

00:07:31: Ich wollte das unbedingt staatlich studieren, nicht privat.

00:07:36: Wie bereitet man sich darauf vor?

00:07:37: Wenn's gut so einer geht?

00:07:39: Na klar!

00:07:40: Ja, das ist eine gute Frage.

00:07:41: Da hab ich mich auch gefragt, dass was losging.

00:07:45: Man muss in erster Linie Monologe vorspielen.

00:07:47: So beginnt es eigentlich überall in der ersten Runde.

00:07:49: Es ist immer ein mehrstufiger Prozess aber ... es dreht sich schon viel um diese MonoloGE die eben verschiedenen Epochen entstanden müssen, also es muss immer was oder meistens etwas aus einem klassischen Stück dabei sein.

00:08:00: Aus nem zeitgenössischen manchmal noch aus einem selbstgeschriebenen so was zum Beispiel auch an der Volkwang Uni.

00:08:05: und ja das war für mich auch am Anfang echt irgendwie eine Aufgabe weil von allen Monologen wie's auf dieser Welt gibt dann irgendwie die auszusuchen die dann irgendwie passenden mit denen man dann irgendwie punkten kann ist ne Aufgabe.

00:08:20: ich hab sehr viel gelesen sehr, sehr viel verschiedene Stücke gelesen.

00:08:24: Es gibt auch so Monologbücher die man sich kaufen kann habe ich natürlich auch gemacht Sammlungen einfach, wo dann schon irgendwie spannende Monologe aus verschiedenen Stücken verschiedener Epochen irgendwie zusammengefasst wurden und da hab' ich mich ein bisschen umgesehen.

00:08:38: aber ich habe einfach wahnsinnig viel gelesen irgendwie und dann geguckt... Wo sind vielleicht Rollen?

00:08:44: irgendwie eine Verbindungsspüre schon beim Lesen oder was interessiert mich, wo ... Ja.

00:08:49: Und dann hab ich natürlich das Glück gehabt, dass ich schon dieses Netz irgendwie im Theater hatte und schon mit vielen Schauspielern zusammengearbeitet hatte.

00:08:59: Ich hab auch ein bisschen herumgefragt bei Leuten, mit denen ich mir das vorstellen konnte, ob sie denn vielleicht auch Lust hätten, mit mir zu arbeiten und so.

00:09:07: Ich habe mich vorbereitet als ich mich entschieden hatte, was ich machen will.

00:09:14: Ja, einfach geguckt wie ich das vielleicht machen will.

00:09:16: Und dann habe ich mich mit denen getroffen und hab dann mit denen so dialogisch irgendwie daran gearbeitet... ...und dann bin ich herumgereist.

00:09:25: also es ist meistens so dass man dann ein bisschen durch den deutschsprachigen Raum tourt.

00:09:29: Ich habe auch Österreich mitgenommen.

00:09:32: Es hätte noch die Deutschsprache geschweiz gegeben Habe ich jetzt finanziellen Gründen sein gelassen und auch weil's etwas viel gewesen wäre Weil jede Schule doch immer noch was anderes fordert.

00:09:40: und gerade wenns in die nächsten Runden geht ist das ja echt aufwendig und auch finanziell aufwändig, wenn man muss immer hinreisen.

00:09:48: Und dann für die nächsten Runden gegebenenfalls dann auch noch mal und nochmal und so mit Übernachtung und sowas.

00:09:53: Es leppert sich!

00:09:55: Dann habe ich insgesamt vier Vorsprechen gemacht war in Berlin und in München und in Hannover und dann eben an der Volkwang wo es fünf Runden gab.

00:10:03: Das ist ein recht langer Aufnahmeprozess.

00:10:09: In den Runden wird sehr verschiedenes abgefragt, also in der ersten Runde.

00:10:15: Und in der zweiten sind es eben diese Monologe.

00:10:16: Dann in der dritten gibt's noch eine Gesangsprüfung und eine Sprechprüfungen und viel Improvisationen in der Gruppe.

00:10:23: In der vierten wird dann an einem konkreten Monolog nochmal mit dir gearbeitet – mit einer einzelnen dozierenden Person, die dann forty-fünf Minuten lang mit dir... Bei mir wurde irgendwie noch mal alles umgeschmissen.

00:10:35: Und dann am Ende präsentiert man das Ergebnis der Arbeit quasi nochmal vor der Kommission.

00:10:41: und in der Endrunde gab es da eine Überraschungsaufgabe, die auch recht spontan kam.

00:10:46: Ich glaube, die darf man aber nicht liken!

00:10:47: Aber es

00:10:49: klingt stressig, ne?

00:10:50: Eine Überraschenausgabe.

00:10:54: Und nach was, was man kurz vorher vorbereiten musste... Ich glaub, das ist ein bisschen geheim.

00:11:00: Okay!

00:11:01: Und Interviews gab's auch?

00:11:03: Das klingt auf jeden Fall sehr anstrengend und ich hab dir das ja auch schon erzählt dass sich auch unseren Theater Workshop in Bayreuth körperlich total anstrend fand.

00:11:11: Ich glaube es wird unterschätzt wie herausfordernd euer Studium ist und wie vielfältig das auch ist.

00:11:17: ne du hast jetzt gerade schon gesagt Es geht um Sprechen aber ihr müsst doch singen Du bist natürlich Schauspielern und ich finde das faszinierend Dass ihr das schafft irgendwie, dass ihr das körperliche schafft und auch Mentalschaft.

00:11:29: Weil ich war nach der Woche in Bayreuth total erschöpft, also das versteh ich.

00:11:34: Dass du dir das für vier Jahre antun

00:11:36: mit den Anführungen

00:11:36: reichen.

00:11:37: Ich bin es natürlich wunderschön am Beruf später aber

00:11:41: trotzdem... Ja gerade dieser körperliche Aspekt den habe auch euch unterschätzt obwohl ich vorher eben die Gelegenheit gehabt hatte dann mit so vielen verschiedenen Menschen darüber zu sprechen und irgendwie dachte ich hätte einen realistischen Einblick da rein.

00:11:54: Aber grade im ersten Semester hat sich noch gar nicht so angefühlt, als würde ich wirklich Schauspiel studieren.

00:11:58: Weil Schauspiel wirklich so einen kleinen Teil ausgemacht hat, da legt man halt wirklich die Grundlagen und vor allem arbeitet man daran irgendwie ein Ausdauernden Körper zu haben.

00:12:06: also es ist wirklich sehr viel Sport.

00:12:09: Wir haben Fächten, Akrobatik selbst sprechen hat sich am Anfang nach Sport angefühlen allein dieses viele stehen und wirklich in den Körper kommen.

00:12:16: das Ja, da hatte ich auch am Anfang ein bisschen zu kämpfen und kann noch glaube ich immer noch ein bisschen fitter werden.

00:12:21: Aber das Studium macht einen natürlich auch fit.

00:12:23: Das ist ja irgendwo das Ziel.

00:12:24: Das könnte ich mir vorstellen!

00:12:26: Ja aber jetzt sind Schauspielgrundlagen... also es sind jetzt losgegangen und das ist natürlich auch cool wenn man dann das macht wofür man auch irgendwie gekommen ist wobei alles andere natürlich auch irgendwie dazugehört aber und auch Spaß macht.

00:12:38: Aber dass ist natürlich jetzt nochmal ein Highlight.

00:12:42: Luis, ich habe auch schon im Einsprecher gesagt, dass du mehrere Muttersprachen hast und ich finde Mehrsprachigkeit immer ganz spannend bei Menschen.

00:12:50: Also das interessiert mich total!

00:12:52: Und bei dir ist es ja die Kombination deutsch-französisch & jüdisch also du hast gleich drei Muttersprachen.

00:12:58: Wie war das für dich in einer mehrsprachigen Familie aufzuwachsen?

00:13:02: Und wie ist das generell?

00:13:04: Im Alltag mit deinen Geschwistern, mit deinen Eltern.

00:13:07: Welche Sprachen sprecht ihr?

00:13:10: Wie sah das aus bei euch zu Hause?

00:13:12: Was wir zuhause sprechen hat sich ein bisschen gewandelt im Laufe der Zeit.

00:13:17: Meine Mutter hat mich auch französisch erzogen und mein Vater aufirdisch.

00:13:20: Das heißt Deutsch habe ich gar nicht zu Hause gelernt, sondern durch den Umgang mit anderen Kindern.

00:13:25: in dem Kindergarten geht natürlich auch schnell so als junges Kind, saugt man das auch schnell auf.

00:13:31: Aber ich konnte ... nichts dazu trotz die anderen beiden Sprachen, bevor ich Deutsch konnte.

00:13:35: Das heißt am Anfang hatte ich keine andere Wahl als mich mit meinen Schwestern auf französisch und jüdisch zu unterhalten.

00:13:41: Bei uns zu Hause war schon immer so ein großer Mix irgendwie.

00:13:46: Und es sind richtige Automatismen, die sich da einstellen bei meiner Mutter... Ich glaube das ist auch wichtig dass meine Eltern da so strikt geblieben sind.

00:13:52: Meine Mutter hat immer nur auf Französisch mit uns gesprochen und mein Vater nur auf jüdische.

00:13:57: Das heisst in einem Gespräch wurde dann verschiedenen Sprachen hin und her schon kliert, weil sobald ich mich an meine Mutter adressiere schaltet irgendwie der französische Hebel ein.

00:14:05: Und das ist gleich andersherum mit meinem Vater.

00:14:10: Aber dadurch dass dann eigentlich der ganze Alltag außerhalb der Familie auf Deutsch stattfindet hat Deutschland auch sehr schnell eine noch größere Rolle gewonnen für sich.

00:14:23: Dann hat sich es auch geändert, dass ich mit meinen Schwestern Inzwischen nur noch Deutsch spreche und mit meinen Eltern nach wie vor Französisch und Jüdisch.

00:14:32: Aber wir sprechen inzwischen schon auch Deutsch zu Hause, ja?

00:14:36: Und wie war das dann für dich in der Schulzeit?

00:14:38: Hast du zum Beispiel Französisch-Unterricht in der Schule gehabt oder...?

00:14:42: Ich hatte sogar französische Spiellingualenunterricht.

00:14:44: Ich war auf dem Gymnasium, also in der Grundschule hatte ich noch keinen Französischen, aber auf dem gymnasium habe ich mich entschieden den Französische-Spielingualenzweig zu besuchen auch mit der Möglichkeit abebackzumachen.

00:14:55: Habe ich dann letztendlich doch nicht gemacht, aber hätte ich machen können und ich hatte Geschichte und Erdkunde auf Französisches und auch vertieftens Sprachunterricht und so... Also habe das recht intensiv gemacht, weil mir eben auch wichtig war es nicht nur richtig zu sprechen sondern mich sicher zu fühlen im Schreiben und im Lesen und in der Literatur.

00:15:18: In allem was irgendwie so dazugehört.

00:15:20: Weil ich das im jüdischen ein bisschen schade fand.

00:15:22: schon immer dass ich kann lesen und ich kann das einfach beten zu aber schon weniger flüssig als auf Deutsch.

00:15:29: Und zur Rechtschreibung oder so, hab ich nie gelernt.

00:15:32: Hätte ich auch in der Schule nicht lernen können?

00:15:34: Da gibt's keine Angebote mehr.

00:15:36: Fühlst du dich auf Deutsch am sichersten?

00:15:39: ... Oder hast du eine Sprache, auf der du dich am sicherste fühlst?

00:15:44: Ja, es ist vermutlich schon Deutsch inzwischen.

00:15:46: Also sicherlich ist das Deutsch einfach weil mein ganzes Leben außerhalb von meinem Kontakt mit zu meinen Eltern und anderen Verwandten auf Deutsch stattfindet.

00:15:57: Aber ich... Ich würde sagen, die anderen Sprachen sind gar nicht so weit davon entfernt.

00:16:00: Also ich fühle mich versch… Wahrscheinlich im Französischen auch noch ein bisschen sicherer als auf Yiddish, aber am Endeffekt sind das alles meine Muttersprachen.

00:16:07: Ich fühle mich auf allen drei Sprachen.

00:16:08: Okay

00:16:09: schön!

00:16:09: Was für eine große Chance, drei Mutterspachen zu haben und dass sich das total schön ist.

00:16:15: Eluise wie sehen denn deine Pläne für die Zukunft aus?

00:16:18: Also hast du das Gefühl, dass es deutsch-französische da eine Rolle spielen wird gerade auch vielleicht wenn du an einem Stadttheater arbeiten willst denkst du, da wirst du

00:16:26: die Möglichkeit

00:16:26: geben auch mal nach Frankreich zu gehen um dazu arbeiten.

00:16:31: Ich hoffe, es wird diese Möglichkeit geben.

00:16:32: Ich glaube da muss ich auch ein bisschen proaktiv irgendwie sein und nach diesen Möglichkeiten suchen.

00:16:37: Ich hätte zum Beispiel richtig Lust jetzt schon im Rahmen des Studiums eine Rasmus zu machen in Frankreich.

00:16:43: Ich weiß dass das im Schauspiel so ein bisschen weniger üblich ist weil da halt irgendwie diese Jahrgangskonstellation... Also man wird halt an der Folgfang zu zehnt aufgenommen.

00:16:53: Das sind anderen staatlichen Schulen nicht anders.

00:16:55: Es sind immer sehr kleine Gruppen Und sobald eine Person wegfällt macht das was mit der Konstellation und mit den Projekten irgendwie geplant sind.

00:17:02: Und dieser Stundenplan ist einfach so voll, also das Studium ist so intensiv.

00:17:05: Das heißt auch Intensivstudiengang im Schauspiel... Dass man auch wirklich Inhalte verpasst.

00:17:11: So ja, man wahrscheinlich auch dazu gewinnt wenn man ein Erasmus macht.

00:17:14: Deswegen würde ich es auch gern tun.

00:17:15: aber trotzdem ist es weniger üblich aus all diesen Gründen dass Leute das machen und da muss ich mich bald mal noch bisschen besser informieren.

00:17:22: Aber wenn die Möglichkeit besteht würde ich das gerne machen und dann irgendwie schon so Kontakte auch knüpfen in dem Bereich.

00:17:29: Ja, das Theater ist in Frankreich.

00:17:31: Leute kennenlernen mit denen sich dann vielleicht da Projekte ergeben könnten oder so und ... ja sonst bin ich selber mal gespannt was alles noch so kommt!

00:17:40: Ich hoffe es wird eine Rolle spielen, auch ein Teil von mir

00:17:42: habe ich auch.

00:17:43: Krass, ich wünsche dir das sehr und ich glaube auch dass das schön wäre.

00:17:46: Danke.

00:17:46: Und deutsche französische Projekten die sind eigentlich immer toll.

00:17:49: Ja und auch mit dem jüdischen?

00:17:50: Ich würde auch gerne mal jüdisches Theater spielen, das muss sowieso ... muss es mehr geben?

00:17:54: gibt es ein bisschen in Paris?

00:17:55: Es gibt durchaus solche Bestrebungen und wird auch umgesetzt, aber ist natürlich dünn gesät.

00:18:04: Hier, das ist Theater?

00:18:05: Du musst

00:18:05: Vorreiterin sein vielleicht.

00:18:08: Eloise am Ende des Podcasts stelle ich immer Entscheidungsfragen.

00:18:11: Sie sind vielleicht nicht ganz einfach, aber du musst nach deinem Bauchgefühl gehen und von Tarn entscheiden was sich richtig anfühlt oder was du mehr magst.

00:18:21: Lieber Frankreich oder lieber Deutschland?

00:18:23: Oh,

00:18:24: ich kann mich doch immer so schlecht entscheiden.

00:18:27: Ich glaub zum Leben in Deutschland aber ... Ach, ich fühl mich schon noch sehr französisch.

00:18:32: Das fühlt sich verrätrisch an, dass ich dafür irgendwas zu entscheiden.

00:18:36: Ist es okay?

00:18:37: Lieber Theater oder lieber Film?

00:18:38: Theater!

00:18:39: Auch wenn ich noch nie gefilmt hab, das ist vielleicht auch ein bisschen ungerecht von mir, das jetzt so zu bewerten.

00:18:45: Aber ich seh' mich mehr im Theater.

00:18:47: ja,

00:18:47: okay.

00:18:48: Lieber Essen oder lieber Bayreuth?

00:18:54: Zum Leben auf jeden Fall essen, aber meine Erfahrungen bei Reut ist halt so vielleicht gerade noch ein bisschen positiver besetzt.

00:19:04: War ja auch nur eine Woche da, wenn ich zeige dass du viel schlechtest hast.

00:19:08: Da konnte es keine schlechten Dynamiken

00:19:09: geben.

00:19:11: Lieber Infros oder lieber auswendig lernen?

00:19:16: Eine gute Frage!

00:19:18: Am liebsten beide sind ein, immer am liebesten ein bisschen Improvisation in einem festen Stück oder so.

00:19:23: Ich weiß nicht... ich würde gerne mehr improvisieren!

00:19:25: Ich glaube dieser Nervenkitzel tut mir ein bisschen gut.

00:19:27: und da überhaupt dieses noch mehr Kontrolle abgeben und einfach gucken was in dem Moment passiert das ist glaube ich gerade richtig gut für mich dass es auch in den Grundlagen gerade zu viel Thema ist.

00:19:36: also

00:19:37: das macht hier grade viele im Studium, dass ihr ja auch improvisiert und Übung in der Hinsicht habt?

00:19:41: Total!

00:19:41: Ich glaub's geht generell auch gerade am Anfang viel darum Impulse zu spüren und ihnen nachzugehen, ohne da irgendwie noch mit dem Kopf ... Mitzumischen.

00:19:51: Einfach so gucken was passiert und uns auch mal passieren zu lassen.

00:19:55: Mhm.

00:19:56: Ja.

00:19:56: Okay.

00:19:57: Lieber Krepp oder lieber Waffel?

00:20:00: Krepp!

00:20:02: Lieber Probe oder lieber Aufführung?

00:20:04: Hm.

00:20:06: Vielleicht ... Aufförung wahrscheinlich.

00:20:09: Und letzte Frage, lieber Tragödie oder lieber Komödie?

00:20:13: Zum Spielen oder zum Gucken?

00:20:15: Das weiß ich

00:20:15: nicht, das wusste du nicht.

00:20:18: Zum Gucken trage ich dir!

00:20:20: Zum Spielen weiß ich noch nicht so richtig viel.

00:20:22: Komödien-Erfahrung.

00:20:27: Wir haben auch eine Playlist

00:20:28: zum Podcast,

00:20:29: gucken Musik und du kannst sehr gerne wenn du magst eine Musikempfehlung aussprechen und ich stelle dann auch Lieder des Künstlers oder der Künstlerin auf die Playlist.

00:20:40: Das ist auch sehr schwierig, ich höre sehr viel Musik grundsätzlich.

00:20:47: Ich mag den Buena Vista Social Club gerade sehr gerne aber auch buntspechterlich sehr viel.

00:20:52: sich jetzt auf ein Lied zu beschränken.

00:20:54: Musst du gar nicht!

00:20:55: Ich kann von den beiden auf jeden Fall Lieder auf die Playlist machen.

00:20:58: Okay, kann ich dann zwei sagen?

00:20:59: Ja!

00:21:00: Dann würde ich Chan Chan vom BuenaVista Social-Club nehmen und... Rotweinbund von Bundspecht.

00:21:06: Okay, die Lieder kommen auf die Playlist.

00:21:09: Danke, Louise, dass du bis nach Aachen gekommen bist für den Podcast und ich hoffe wir hören noch von dir oder wir sehen dich vor allen Dingen bald irgendwann mal auf der Bühne!

00:21:19: Danke, dass ich kommen

00:21:20: durfte!

00:21:20: Sehr gerne!

00:21:31: Tschüss!

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