Anika Manthey: "Ich finde den Bezug zu Frankreich überall"
Shownotes
Gast: Anika Manthey Moderation: Yasemin Sezgin
Salon international des musées (SITEM): https://www.sitem.fr/
Club Innovation & Culture (CLIC): https://www.club-innovation-culture.fr/
Arbeitsaufenthalt im Museum, Programm des OFAJ/DFJW: https://www.dfjw.org/programme-aus-und-fortbildungen/arbeitsaufenthalt-im-museum#1
Nippon Connection: https://nipponconnection.com/de/start/
Coucou Musik, die Playlist zum Podcast: https://open.spotify.com/playlist/2Ts9fXMbmrZEfXPkPJgfi1
Folgt uns auf Instagram: https://www.instagram.com/if_aachen
Coucou Kultur ist ein Podcast des Institut français Aachen und wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk unterstützt.
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00:00:03:
Yasemin: Hallo, bonjour.
Yasemin: Herzlich willkommen zu CouCou Kultur dem Podcast des Institut français Aachen.
Yasemin: Mein Name ist Yasemin und ich bin Kulturbeauftragte hier im Institut.
Yasemin: Mein heutiger Gast ist Anika.
Yasemin: Anika kommt aus Frankfurt hat Kunstgeschichte studiert und hat bis März diesen Jahres als Kommissarische Leiterin Ausstellungen zeitgenössischer Künstler*innen
Yasemin: organisiert.
Yasemin: Anika und ich haben uns im Rahmen eines Programms des deutsch-französischen Jugendwerks in Paris kennengelernt, bei dem wir den Salon International des Musées als Fachbesucherinnen besuchen konnten.
Yasemin: Ich will heute mit Anika über ihre Arbeit sprechen und darüber woher ihr Interesse für Frankreich kommt!
Yasemin: Und jetzt geht's auch schon los mit der Folge.
Yasemin: Viel Spaß!
Yasemin: Hallo Anika schön dass du da bist.
Anika Manthey: Hallo, ich freue mich sehr.
Yasemin: Anika, ich wollte dich gleich zu Beginn des Podcasts fragen – wie kam es überhaupt zu deinem Interesse für die französische
Yasemin: Sprache und für Frankreich?
00:01:12: Ja, gute Frage!
00:01:14: Ich muss da ein bisschen ausholen.
00:01:16: Ich hatte natürlich so wie viele andere wahrscheinlich in der Schule als dritte Fremdsprache Französisch.
00:01:23: War allerdings nicht so gut in der Schule, im Fach, weil ich mit der Grammatik Probleme hatte.
00:01:30: Ich bin aber dran geblieben, weil ich irgendwie eine emotionale Verbindung hatte.
00:01:34: Als ich zehn Jahre alt war, war ich mal im Disneyland Paris mit meiner Familie und dann waren wir am Anschluss auch noch in Paris in der Stadt und haben die so ein bisschen kennengelernt.
00:01:44: Da ist meine Mama auch was Witziges passiert.
00:01:46: Sie hat nämlich Butter gekauft im Supermarkt in dem Glauben es wäre Käse.
00:01:53: Die ist dann im Kofferraum geschmolzen.
00:01:55: Wir haben uns gewundert warum das so nach Fritteuse riecht! hahaha - Ja, und später hatte ich dann die Möglichkeit über meinen Vater in Aix en Provence ein Praktikum zu machen bei einer kleinen Firma in der Verwaltung.
00:02:13: Und da habe ich auch Südfrankreich kennengelernt.
00:02:17: Das war wirklich eine tolle Erfahrung!
00:02:20: Später im Studium gab es das Angebot, dass man Erasmus machen kann. Und da habe ich mich dann für Paris entschieden. In dem Jahr gab es auch die Möglichkeit nach Irland zu gehen,
00:02:30: aber da war die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass man das bekommt, weil eben so viele sich für dieses neue Angebot beworben haben.
00:02:38: Und dann war ich einer der Glücklichen, die dann für Paris
00:02:41: ausgewählt wurden.
00:02:43: Wie lange warst du da?
00:02:43: Für
00:02:44: ein Semester?
00:02:44: Genau!
00:02:45: Für ein Semester, bin aber auch ein bisschen
00:02:47: länger geblieben. Und da hast du kulturell wahrscheinlich total viel erlebt, also gerade in Paris.
00:02:54: Da wird's auch nicht langweilig!
00:02:56: Sehr sehr viel... Also ich hab' in Nanterre dann studiert.
00:03:00: Ist ein bisschen außerhalb von der Innenstadt.
00:03:03: Ich habe in Levallois-Perret gelebt, das ist so quasi auf halben Weg zwischen Paris-Ile de France und Nanterre.
00:03:10: Das ist auch nochmal ein eigener Kosmos, weils ein bisschen sauberer, ein bisschen reicher ist auch dieser Stadtteil.
00:03:21: Und ich hab
00:03:22: bei einer französisch-sprachigen Spanierin
00:03:27: gelebt, das war wirklich ein Hardcorekurs mit ihr.
00:03:31: Sie hat nur Französisch mit mir gesprochen und wollte immer, dass ich mich sehr gut artikuliere.
00:03:37: Da war ich quasi wie ins kalte Wasser geworfen.
00:03:40: Ich finde
00:03:40: das ist die beste Art, eine Sprache zu lernen, wenn man nicht die Möglichkeit hat auf eine andere Sprache auszuweichen, dran bleiben muss und sich wirklich anstrengen muss.
00:03:50: Wir beide haben uns ja auch in Paris kennengelernt, ich habe es gerade schon kurz in der Intro gesagt und zwar vor Kurzem beim Salon International des Musées.
00:04:00: Und wir konnten daran teilnehmen, weil es ein Programm des deutsch-französischen Jugendwerks gab.
00:04:06: Das
00:04:07: für mich sehr bereichernd war und für dich sicherlich auch, weil du ja gerade im Museumsbereich arbeitest und aktiv bist.
00:04:14: Kannst du uns ein bisschen davon erzählen wie das abgelaufen ist?
00:04:18: Und was wir gemacht
00:04:19: haben?
00:04:20: Na klar!
00:04:23: Also erst mal zu dem Format, das ist erstmalig dass wir daran teilnehmen konnten als Deutsche.
00:04:29: Das ist nämlich eigentlich ein Programm von dem Office franco-québécois pour la jeunesse (OFQJ) die sich ein Mal im Jahr treffen um eben an der SITEM-Teil zu nehmen aber auch an dem CLIC.
00:04:42: das ist der Club Innovation & Culture. Und, genau diesmal war erstmalig das OFAJ mit, also das Deutsch-Französische Jugendwerk,
00:04:57: mit dabei. Und von unserer Delegation waren vier Deutsche dabei.
00:05:02: Davon wir zwei.
00:05:04: Wir sind angekommen, haben uns dann erst mal im Hotel getroffen Und da gab es so eine Auftaktveranstaltung bei der wir uns alle erstmal kennengelernt haben, ein Glas zusammengetrunken haben und uns ausgetauscht haben wo wir denn herkommen.
00:05:20: Also da waren sehr viele Kulturen vertreten.
00:05:24: Da kamen Leute aus Afrika, aus Kanada, aus Quebec...
00:05:28: Aus Belgien auch! Aus Belgien...
00:05:29: Aus Frankreich... Ja, natürlich! Ja, hahaha..
00:05:32: Und eben auch wir aus Deutschland.
00:05:35: Das war unheimlich spannend da die ganzen Leute kennenzulernen, die da im kulturellen Kontext arbeiten auch.
00:05:43: Dann haben wir wie so eine Art Workshop gehabt wo wir uns vorbereitet haben auf die Tage, ehm wo wir uns mit der Frage: "wie sehen wir das Museum in fünf Jahren" oder zehn Jahren, war es glaube ich, beschäftigt haben.
00:06:00: Genau dann gab es vier Freiwillige die sich gemeldet hatten um eben bei dieser Tagung auch zu sprechen und ihre Vision vom Museum der Zukunft zu präsentieren.
00:06:10: Und da haben wir uns in Gruppen uns zusammengesetzt und uns über diese Vision unterhalten, ob wir da etwas zu ergänzen haben oder nicht.
00:06:19: Und es war wirklich sehr spannend, welche Gemeinsamkeiten es da auch gibt.
00:06:23: Also, klar die Unterschiede in der Arbeit, in den jeweiligen Regionen aber auch die Gemeinsamkeiten.
00:06:29: Hmh, Regionen und ja auch
00:06:30: Museen, ne, weil so viele unterschiedliche
00:06:33: Institutionen vertreten waren.
00:06:34: Das fand ich auch interessant.
00:06:38: Genau!
00:06:40: Das war der erste Tag und da haben wir schon super viel erlebt.
00:06:43: Aber dann ging's ja direkt weiter.
00:06:44: Wir
00:06:45: waren ja insgesamt
00:06:46: eine Woche da, ne.
00:06:47: Genau, dann gab es diese CLIC-Veranstaltung.
00:06:50: Da war ich jetzt persönlich nicht mit dabei, weil ich gesundheitlich Probleme hatte. Aber da haben dann eben die vier Freiwilligen am Ende ihre Visionen
00:07:02: präsentiert.
00:07:04: Und vorher gab's Vorträge von... von Menschen, die im Kulturbereich aktiv sind arbeiten.
00:07:10: Also Leiter von Museen zum Beispiel und sie haben sich dann auch der Frage gewidmet wie sieht die Zukunft aus..
00:07:19: genau, im Museumsbereich?
00:07:22: Es war auch ganz cool, weil der Organisator dieser Tagung war auch schon vorher am Abend dabei bei der Einführungsveranstaltung War da sehr involviert und hat uns auch mit allem vernetzt.
00:07:38: Also das war wirklich... DER Punkt Nummer eins, war immer dass wir uns vernetzen konnten mit allen kennenlernen sollten.
00:07:49: Das war
00:07:49: wirklich intensiv.
00:07:52: Genau!
00:07:53: Und jetzt haben wir schon von einigen Sachen erzählt, aber wir waren noch nicht auf dem Salon.
00:07:59: Das kam erst danach auf der Messe also die im Louvre,
00:08:03: im Carousel
00:08:03: du Louvre stattgefunden
00:08:04: hat.
00:08:05: Genau das war dann am dritten Tag.
00:08:08: Da war dann erstmalig dass wir zur SITEM gegangen sind.
00:08:11: Es war auch sehr eindrucksvoll im Louvre,
00:08:14: den kennt man ja eigentlich nur vom
00:08:15: Museumsbesuch,
00:08:16: und da dann so neben den ganzen Menschenmassen, die in den Louvre wollen,
00:08:21: wir sind dran vorbei zur SITEM - wo man auch so einen schönen Pass bekommen hat.
00:08:26: Wir als Teilnehmer*innen haben ein VIP-Pass bekommen mit dem wir auch eine VIP-Lounge durften.
00:08:34: Joar, und dann war das wie bei einer klassischen Messe eben, dass da Stände waren von der ICOM zum Beispiel, dem International Council of Museums,
00:08:48: da gab es einen Stand zum Beispiel. Auch verschiedene andere Stände für, keine Ahnung, Vitrinen-Technik oder Präparationstechniken oder Konservierungstechniken,
00:09:00: oder Ausstellungspräsentationsmöglichkeiten und ganz viele andere Sachen wie Sammlungsdigitalisierung, oder ähnliches, also
00:09:10: es war wirklich sehr vielseitig.
00:09:13: Natürlich gab's dann so... kleine Bühnen neben dran, wo dann eben so Panels stattgefunden haben an denen wir natürlich teilnehmen konnten.
00:09:23: Die waren aber immer recht voll.
00:09:24: Also da musste man echt früh sein und pünktlich sein, damit man auch einen Platz bekommen hat.
00:09:30: Auch einige Teilnehmer*innen haben daran teilgenommen.
00:09:33: Also eine aus Quebec hatte als Sprecherin selber auch teilgenommen.
00:09:38: Das war auch super
00:09:39: spannend! Joar. Und das Schöne war, man konnte sich ja aussuchen
00:09:43: was
00:09:43: einen interessiert und konnte dann gezielt zu den Panels und Gesprächen gehen.
00:09:48: Also
00:09:49: es war wirklich ein großes Programm
00:09:51: finde ich
00:09:52: in diesen zwei
00:09:53: Tagen.
00:09:53: Ja das war super umfangreich und auch wirklich alles abgedeckt thematisch von "Mit welchen Influencern arbeitet man am besten zusammen?" zu
00:10:03: "Wie geht man mit kulturell sensiblem Gut um?"
00:10:09: Das war wirklich sehr umfangreich. Absolut.
00:10:12: Und nach zwei Tagen war der Kopf
00:10:13: dann auch relativ voll, oder?
00:10:17: Ja das war ... ja. Ich hab zwischendurch immer mal eine Pause gemacht in der VIP-Lounge.
00:10:23: Was ganz gut war um einfach mal so zusammenzufassen was man jetzt genau gehört hat.
00:10:29: natürlich ist es ja auch immer auf Französisch gewesen.
00:10:32: Stimmt.
00:10:33: Da muss man vielleicht noch mal ne Minute nehmen um das zu verarbeiten, ob man das wirklich
00:10:38: richtig verstanden hat.
00:10:39: Genau, weil man muss vielleicht dazusagen, dass wir die einzige Delegation waren.
00:10:44: Die eigentlich nicht
00:10:45: Francophon
00:10:45: war.
00:10:46: Die anderen kamen alle aus der Francophonie und das war
00:10:50: für
00:10:50: uns finde ich auch eine vielleicht größere Herausforderung.
00:10:53: Also wir können alle französisch, aber trotzdem ... ist es nicht unsere Muttersprache.
00:10:58: Nee genau!
00:10:59: Und es ist ja noch mal was anderes wenn man dann Fachvorträge hört auf einer
00:11:04: anderen Sprache.
00:11:05: Ja genau... Und das Französisch aus Québec, zum Beispiel, ist auch ein ganz anderes
00:11:11: französisch als das aus Paris.
00:11:12: Das ist anders anstrengend
00:11:14: zu hören!
00:11:16: Definitiv.
00:11:16: Und auch das aus Belgien, dass Französische ist auch noch mal ein anderes.
00:11:20: also da gab es durchaus auch Unterschiede und man musste man sich schon bisschen mehr anstrengen um das alles auch zu verstehen.
00:11:27: Genau, ich glaube dass mir persönlich da auch meinen Arbeitsaufenthalt, den ich vorher gemacht habe, gut geholfen
00:11:34: hat weil dadurch kannte ich das ganze Fachvokabular. Das ist
00:11:37: ein anderes Thema,
00:11:38: über das ich gerne mit dir sprechen möchte.
00:11:40: Weil du hast ja nicht zum ersten Mal an einem Programm des deutsch-französischen Jugendwerks teilgenommen.
00:11:46: Also wie du gesagt hast, du warst schon mal bei einem Arbeitsaufenthalt dabei.
00:11:50: Kannst du
00:11:50: uns davon erzählen?
00:11:51: Weil das ist auch ein Programm was weiterläuft und was das OFAJ
00:11:54: jetzt weiter macht.
00:11:56: Genau!
00:11:59: Da war ich noch Volontärin am hessischen Landesmuseum in Darmstadt. Und da wurde dann so eine Rundmail verschickt, dass sie Teilnehmer*innen suchen für eben dieses Arbeitsprogramm oder Arbeitsaufenthaltsprogramm.
00:12:15: Das ist auch vom deutsch-französischen Jugendwerk organisiert, wie du gesagt hast, in Kooperation mit dem Haus der Geschichte in Bonn und da nimmt man dann für drei Monate teil.
00:12:25: Das beinhalteten zwei Monate Praktikum quasi oder Arbeitsaufenthalt, eben im Museum in Frankreich oder für die Franzosen in Deutschland.
00:12:36: Und den Monat davor verbringt man eben bei einem intensiven Sprachkurs als Gruppe zusammen
00:12:43: auch, ja.
00:12:44: Wird da schon Fachvokabular beigebracht,
00:12:46: oder
00:12:47: ist das allgemein sprachlich?
00:12:49: Das kommt immer auf die Gruppe drauf an.
00:12:51: Bei uns waren jetzt relativ viele dabei, die schon recht sicher waren in der Sprache.
00:12:56: Natürlich gibt es ein gewisses Sprachniveau was Voraussetzung ist.
00:13:01: Aber bei uns waren halt auch Muttersprachler dabei oder Leute, die das wirklich sehr fließend gesprochen haben.
00:13:07: Deswegen haben wir früh mit dem Fachvokabular gestartet.
00:13:10: Es wird sich da immer eben nach dem Niveau der
00:13:14: Teilnehmer*innen gerichtet
00:13:16: Und wie ist ja Arbeitsaufenthalt dann selbst abgelaufen?
00:13:20: War das eine gute Erfahrung?
00:13:22: Kannst du das empfehlen?
00:13:24: Ja durchaus, auf jeden Fall!
00:13:26: Ich bin da in Bordeaux sehr gut aufgenommen...
00:13:29: Also ich war ein Bordeaux am Musée des Beaux-Arts,
00:13:31: ich weiß nicht, ob ich es schon gesagt habe.
00:13:33: Ich bin dann sehr gut aufgenommen geworden und die waren super nett!
00:13:36: Die haben mich auch direkt als... also nicht als Praktikantin wahrgenommen, sondern wirklich als jemand der quasi am Ende der Ausbildung steht. Und haben mich integriert, haben mir Aufgaben gegeben.
00:13:49: Haben mir alles gezeigt, habe ich in jedes Meeting mit ein-
00:13:52: bezogen
00:13:53: und dann sich auch nochmal rückversichert, ob ich wirklich alles verstanden hab und zwar wirklich toll.,
00:13:59: also mir wurde auch unheimlich viel vertraut, weil es ist ja auch nicht selbstverständlich, dass man so viel Einblick in die Arbeit bekommt.
00:14:07: Ja, das war unheimlich
00:14:09: bereichernd.
00:14:11: Kannst du was dazu sagen, wann man sich bewerben kann und wann die Arbeitsaufenthalte
00:14:15: stattfinden?
00:14:16: Für alle, die das
00:14:17: interessiert.
00:14:18: Ja, ganz vage!
00:14:20: Es findet einmal im Jahr statt und es richtet sich eben auch immer so ein bisschen danach wie die Museen Zeit haben, weil es müssen ja Partnermuseen gefunden werden und das findet meistens immer im Sommer statt.
00:14:34: Also ich habe jetzt im Juni das gemacht. Also Mai, Juni, Juli Und ja davor war es glaube ich aber ein bisschen zeitversetzt, also...zwei, drei Wochen früher.
00:14:49: Genau.
00:14:49: Aber genaue Daten kann ich dir da jetzt nicht nennen.
00:14:52: Das
00:14:52: ist nicht schlimm, weil wir machen die Links in die Show-Notes und dann kann man da auch nochmal nachlesen auf der Seite des OFAJ.
00:15:02: Und gab es
00:15:03: Unterschiede
00:15:04: in der Arbeitsweise, zum Beispiel, oder auch in der Funktionsweise des Museums, die du dann wahrgenommen hast,
00:15:11: die du kennengelernt hast während des Arbeitsaufenthalts?
00:15:14: Ja definitiv.
00:15:16: Also an sich ist der Aufbau recht ähnlich gewesen.
00:15:20: Museen ähneln sich ja oft im Aufbau.
00:15:22: Es
00:15:23: gibt verschiedene
00:15:23: Abteilungen: Restaurierung, Kuration und Kustodie und Technik, Vermittlung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
00:15:32: Das gab es da auch alles, aber man hat eben die Systemunterschiede gemerkt.
00:15:37: Deutschland ist ja föderalistisch entstanden, quasi und Frankreich eher sehr zentralistisch verortet.
00:15:45: Und das hat man dann eben auch in der Arbeit gemerkt, dass da wirklich alles vernetzt war in Frankreich.
00:15:50: Da gab's große Datenbanken, die landesweit verfügbar sind.
00:15:59: Der Austausch zwischen den Museen ist viel stärker.
00:16:05: Sowohl wissenschaftlich als auch sozial, da wissen alle über alles Bescheid und eben auch wie man eine Stelle überhaupt bekommt in Frankreich, wenn man denn eine Ausbildung gemacht hat.
00:16:17: Das haben wir ja auch gelernt im Austauschen mit den anderen.
00:16:20: Das läuft ganz anders aber als in Deutschland.
00:16:22: Also ich, zum Beispiel, habe Kunstgeschichte studiert, im Master, womit ich ins Museum gehen kann, aber nicht muss.
00:16:30: Und da gibt es viele Wege ins Museum.
00:16:32: Und gefühlt gibt's in Frankreich, natürlich ist das nicht die Realität, aber der offizielle Weg ins Museum geht quasi über das École de Louvre. Da werden die Leute ausgebildet und dann werden sie von Paris aus ins ganze Land versendet.
00:16:54: Genau und also das ist ja ganz anders als in Deutschland wo du auf viele Wege ins Museum kommen kannst und da auch immer mal wechseln kannst.
00:17:03: Ja, aber total
00:17:04: spannend, dass du innerhalb dieser drei Monate, was ja jetzt auch
00:17:07: keine sehr
00:17:08: lange Zeit ist, all das wahrnehmen konntest und alles erfahren konntest, diese Unterschiede überhaupt feststellen konntest. Also finde ich schon spannend.
00:17:18: Ja, ich hatte auch das Glück... ich hatte eine junge Praktikantin an meiner Seite, die gerade dabei war zu entscheiden was sie machen möchte, wohin sie gehen möchte.
00:17:28: Also sie war eben kurz davor ob sie jetzt ans École de Louvre geht oder wie sie weitermacht in ihrer Zukunft. Und das hat mir dann schon den Einblick gegeben wodurch ich das System so richtig gut erfassen konnte und eben dadurch, dass ich die
00:17:46: anderen Teilnehmer*innen im Vorhinein kennengelernt habe.
00:17:50: Gab es am Ende noch mal eine Abschlussveranstaltung wo ihr euch austauschen konntet oder bist du in Kontakt geblieben zu den
00:17:56: anderen Teilnehmenden?
00:17:57: Ja beides!
00:17:58: Es gab ne Abschluss Veranstaltungen, wo wir alle nochmal uns ausgetauscht haben. Natürlich nicht im Detail, weil wenn jetzt ca. dreißig Teilnehmer*innen zwei Stunden lang über ihre Erfahrungen reden, dann sitzen wir da wochenlang.
00:18:15: Es ist auch wirklich sehr knapp ausgefallen, weil viele noch ihren Zug kriegen mussten.
00:18:20: Das war ein bisschen schade, Aber wir sind alle
00:18:23: noch im Kontakt! Wir haben nämlich eine WhatsApp Gruppe die heißt
00:18:28: "Tandem IMMER".
00:18:31: Wir waren alle sehr traumatisiert und geprägt von diesem Monat, den wir da vorher miteinander verbracht haben.
00:18:38: Weil wir da wirklich 24/7 aufeinander gehockt haben.
00:18:42: Also man hat auch immer im Hotelzimmer mit einer Französischsprachigen Person, oder eben als Franzose mit einer Deutschsprachigen Person, verbracht, was schon sehr intensiv ist.
00:18:54: Kann ich mir vorstellen,
00:18:55: vor allen Dingen, wenn man die Personen vorher
00:18:56: nicht kennt!
00:18:57: Das kann ja auch schief laufen... Aber das war jetzt bei uns überhaupt gar nicht der Fall.
00:19:03: Es waren wirklich alles super sympathische Leute, die da mitgemacht haben.
00:19:07: Klar wir kommen alle aus demselben Metier.
00:19:11: Das verbindet schon
00:19:12: automatisch.
00:19:13: Ja und eben auch die Bereitschaft an so ein Programm teilzunehmen oder der Wille an so einem Programm teil zu nehmen.
00:19:18: Da muss man ja auch eine gewisse Einstellung haben, eine gewisse Offenheit für Fehler oder für Missverständnisse eben diese "interkulturellen Kompetenzen" von denen immer gesprochen wird, genau.
00:19:29: Und man kennt das Programm ja auch vorher, also man weiß ja worauf man sich einlässt und auch einlassen
00:19:34: möchte.
00:19:35: Ja,
00:19:35: genau!
00:19:37: Anika du warst ja bis kurz nach unserem SITEM-Aufenthalt kommissarische Leiterin von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst...
00:19:47: Ja genau, ich habe als kommissarische Leitung im 1822-Forum in Frankfurt gearbeitet.
00:19:53: Das ist eine Galerie gewesen, die eben von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse geleitet worden ist bzw.
00:20:03: betreut worden ist und da habe ich zeitgenössische Künstlerinnen betreut
00:20:07: und
00:20:07: denen bei der Ausstellung geholfen.
00:20:09: Genau, seitdem arbeite ich jetzt bei der Nippon Connection – das ist ein gemeinnütziger Verein für japanische Filmkunst.
00:20:19: Die veranstalten jährlich dass Japanische Film Festival in Frankfurt, das ist eins der Highlights im Jahreskalender.
00:20:30: Da liegt der Fokus auf dem interkulturellen Austausch zwischen Japan und Deutschland.
00:20:36: Aber natürlich gibt es da auch französische Bezüge. Zum Beispiel in Filmen die jetzt
00:20:41: von französsischsprachigen
00:20:46: Filmanmacher*innen gemacht worden sind. Also zum Beispiel gibt es "New Dawn" das ist ein Animationsfilm, wo die Regisseurin in Paris lebt
00:20:55: und arbeitet und aber halt gebürtige Japanerin ist.
00:21:00: Und deswegen gibt's da
00:21:02: die Repräsentation auch von der Frankophonie.
00:21:08: Darüber hinaus gibt es noch... weitere Filme mit französischem Bezug, wo zum Beispiel die Produktionsstudios aus Frankreich stammen.
00:21:16: Also sie sind da auch mit vernetzt, wobei ich den Animationsfilm am besten finde von der Verbindung her, weil in Frankreich ist ja diese BD Kultur gibt, wo ich auch ein großer Fan von bin.
00:21:29: also ich lese sehr gerne BDs Und ja, zuletzt ist es auch von dem Fortish Studio wurde Arcane produziert was auch super Anklang gefunden hat wo ich auch ein großer Fan fand.
00:21:43: Also macht diese Verlinkung zum japanischen Anime/Animationsfilm total Sinn für mich Interessant.
00:21:54: Und wie wird's bei dir weitergehen?
00:21:56: Denkst du, der Bezug zu Frankreich wird bestehen bleiben?
00:22:00: Wie sieht es in der Zukunft für dich aus?
00:22:02: Ja also auf jeden Fall wird der Bezug zu Frankreich bestehen bleiben.
00:22:05: Ich suche mir den ja auch immer ein bisschen raus.
00:22:07: Ich meine das sieht man ja auch beim japanischen Filmfestival dass ich mir das dann so rausziehe.
00:22:13: den Frankreichbezug. Ab ersten sechsten fange ich bei der Deutsche Börse Photografie Foundation als Pressesprecherin an.
00:22:23: Da besteht auch ein Frankreichbezug.
00:22:26: Die Chefin, die ich dann haben werde, Ami Beckmann ist selber auch halb Französin und wir sind dann jedes Jahr als Institution bei der Messe "Paris Photo" vertreten.
00:22:39: Und da wird es definitiv
00:22:40: auch wissenschaftlichen Austausch geben mit Frankreich.
00:22:44: Okay schön!
00:22:46: Danke, Anika für diese Einblicke in dein Arbeitsleben und auch in die Programme des deutsch-französischen Jugendwerks.
00:22:53: Wie gesagt werden wir alle wichtigen Links in die Shownotiz packen damit man sich informieren kann.
00:22:59: Und am Ende dieses Podcast stelle ich immer
00:23:02: Fragen
00:23:02: bei denen du spontan
00:23:04: entscheiden
00:23:04: musst was du besser findest.
00:23:06: Du musst einfach spontan entscheiden!
00:23:10: Okay los geht's! Lieber Frankreich oder lieber Deutschland? puhh hahahah
00:23:18: Deutschland?
00:23:20: Lieber
00:23:20: ein deutsches Museum oder ein französisches
00:23:23: Museum zum Arbeiten?
00:23:25: Das ist echt schwierig! Französisches.
00:23:27: Okay.
00:23:28: Lieber Frankfurt oder lieber Paris?
00:23:32: Paris!
00:23:35: Lieber Baguette oder lieber Schwarzbrot?
00:23:37: Schwarz-
00:23:38: brot.
00:23:38: Oh okay.
00:23:41: Lieber Apfelwein oder lieber Cidre?
00:23:44: Apfelwein.
00:23:47: Und lieber französische Musik oder lieber deutsche?
00:23:50: Französische
00:23:51: definitiv.
00:23:52: Okay, und das führt mich auch zu meiner letzten Frage.
00:23:55: Und zwar haben wir einen Playlist für den Podcast CouCou Musik!
00:23:59: Wenn du magst kannst du auch gerne deine Spuren hinterlassen auf der Playlist und Songs drauf
00:24:04: tun.
00:24:05: Ja sehr
00:24:05: gern!
00:24:07: Wen hättest du da?
00:24:09: Also mein Nummer eins... Lied gerade, das läuft ist "Studio 54" von
00:24:14: T.O.P.,
00:24:15: das ist ein koreanischer Künstler.
00:24:17: Das läuft quasi in endlos Schleife auf meinem Handy.
00:24:22: Ich höre aber auch gerne Angèle, dass ist eine belgische Künstlerin, die eben auch französisch singt.
00:24:28: Dann liebe ich Rosalia mit einem neuen Album, wo sie auch auf Deutsch ein Lied hat.
00:24:35: Sie ist eigentlich gebürtige Spanierin. Genau, und ...
00:24:42: das machen wir auf die Playlist.
00:24:43: Sehr gerne!
00:24:45: Danke Anika, danke, dass du extra nach Aachen gekommen bist.
00:24:48: Vielen Dank für das Gespräch und
00:24:51: ich hoffe, wir
00:24:52: hören in Zukunft noch mal von dir
00:24:54: mit neuen Updates.
00:24:56: Danke für die
00:24:56: Einladung!
00:24:57: Gerne, bis
00:25:08: bald!
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